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AfA Main-Kinzig
 

Links

Ergebnisse der Kommunalwahlen in  Hessen vom 15.03.2026:

https://www.fr.de/hessen/kommunalwahlen-2026-in-hessen-live-ergebnisse-aller-staedte-karten-zr-94187360.html

Ergebnisse der Landtagswahlen in Hessen vom 8.10.23:

https://www.hessenschau.de/politik/landtagswahl/ergebnisse/ergebnisse-der-landtagswahl-2023-in-hessen-vorlaeufiges-endergebnis-v14,landtagswahl-ergebnisse-100.html

Ergebnisse der Bundestagswahlen vom 23.2.25 nach Wahlkreisen in Hessen:
https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/bundestagswahl-2025-hessen-ergebnisse-fuer-alle-wahlkreise-23-2-25-heute-106021652

Ergebnisse der Kommunalwahlen Main-Kinzig-Kreis und Hanau vom 14.3.2021:

http://votemanager-da.ekom21cdn.de/2021-03-14/06435014/html5/index.html


und Ergebnisse hessenweithttps://wahlen.statistik.hessen.de/

Ergebnisse der US-Wahlen 2024 :

https://uswahl.lpb-bw.de/usa-wahlergebnisse-2024

Wahlen zum Parlament der Europ. Union  im Mai 2024:

https://www.hessenschau.de/politik/europawahl/ergebnisse/index.html

Wahlen für Bürgermeister und Landräte in Hessen:

https://www.hessenschau.de/politik/wahlen/direktwahlen/index.html

 

Homepage von Udo Bullmann 

Homepage des DGB Südosthessen

Homepage der AfA Bund: https://afa.spd.de/

Homepage der AfA Hessen-Süd:

https://www.spdhessensued.de/gruppen/afa-die-arbeitsgemeinschaft-fuer-arbeitnehmerfragen/

Anträge/Beschlüsse der AfA-Bundeskonferenz April 2024 in Berlin:

https://afa.spd.de/bundeskongresse

 

Homepage der Bundeskanzler Willy Brandt-Stiftung in Lübeck:

 

http://www.willy-brandt.de/

Seligergemeinde - Vereinigung der Sudetendeutschen Sozialdemokraten

http://www.seliger-gemeinde.de/

der Main-Kinzig-Kreis in Zahlen- Statistik

https://www.mkk.de/landkreis/mkk_in_zahlen_1/mkk_in_zahlen.html

 

 

Termine

Alle Termine öffnen.

22.06.2026, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Vorstand AfA UB MKK
TO wird mit Einladung bekannt gegeben

Alle Termine

 

Social Media-Verbot für Kinder und Jugendliche Position der SPD

Bundespolitik

Soziale Medien gefährden zunehmend die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Was als sozialer Austausch begann, ist heute ein durchoptimierter Aufmerksamkeitsmarkt. Hinter den großen Plattformen wie TikTok, Instagram und Snapchat stehen globale Unternehmen, die ihr Geld damit machen, unsere Daten zu nutzen und durch manipulative, polarisierende und suchtfördernde Designs für maximale Aufmerksamkeit zu sorgen.

Besonders Kinder und Jugendliche sind diesen Mechanismen viel zu oft schutzlos ausgesetzt. Mehr als 80 Prozent der Jugendlichen in Deutschland nutzen soziale Medien täglich und im Schnitt 3,5 Stunden lang. Die intensive Nutzung hat negative Folgen für ihre Entwicklung, wie inzwischen zahlreiche Studien zeigen. Dazu gehören Einsamkeit, erhöhter Stress und psychische Erkrankungen wie Angst, Essstörungen und Depression.

Unser Ziel ist klar: Plattformen müssen der Gesellschaft dienen – nicht umgekehrt. Wer in Europa Geschäfte macht, trägt Verantwortung für die Sicherheit junger Menschen genauso wie für den Schutz Erwachsener. Dieser Verantwortung kommen sie nicht nach.

Deshalb brauchen wir klare Regeln für einen altersgerechten Zugang und für altersgerechte Inhalte sowie Schutz vor der Flut an Hass und Gewalt in sozialen Medien. Aus der SPD gibt es jetzt einen konkreten Vorschlag, wie soziale Medien wieder zu einem Ort werden, der unser Zusammenleben bereichert, statt es zu gefährden.

Mit dieser Mail erhältst Du die wichtigsten Botschaften auf S. 2f f.

Solidarische Grüße

Tim Klüssendorf

Worum geht's beim SPD-Vorschlag?

Wir wollen eine verpflichtende Altersverifikation für die Nutzung von Sozialen Medien einführen. Das Alter soll mit Hilfe der EUDI-Wallet¹ geprüft werden. Unser Vorschlag für eine altersgestufte Regelung ist:

  • Kinder bis 14 Jahre:
    • Für diese Altersgruppe gilt ein vollständiges Verbot der Nutzung von Social-Media-Plattformen. Die Anbieter werden verpflichtet, den Zugang technisch wirksam zu unterbinden. Verstöße werden konsequent geahndet.
  • Jugendliche bis 16 Jahre:
    • Für diese Altersgruppe soll eine verpflichtende Jugendversion der Plattformen gelten. Diese muss folgende Anforderungen erfüllen:
      • keine algorithmisch gesteuerten Feeds oder Empfehlungssysteme,
      • keine personalisierte Inhaltsausspielung,
      • keine suchtverstärkenden Funktionen wie Endlos-Scrollen, automatisches Abspielen von Inhalten, Push-Benachrichtigungen, Gamifizierung, Belohnungssysteme auf Grundlage intensiver oder dauerhafter Nutzung.
    • Der Zugang erfolgt ausschließlich nach Verifizierung durch die Erziehungsberechtigten über deren EUDI-Wallet.
  • Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene:
    • Für diese Altersgruppe sind algorithmische Empfehlungssysteme standardmäßig deaktiviert (Opt-in-Modell).
    • Die Verifizierung erfolgt über die EUDI-Wallet.

Was ist das Ziel der Regulierung?

Unser Leitbild folgt einem einfachen, demokratischen Prinzip: Nutzerinnen und Nutzer entscheiden selbst, was sie sehen und was nicht. Und das geht so: Ohne weitere Einstellungen sehe ich auf meiner Seite ausschließlich Inhalte von Personen und Accounts, denen ich aktiv folge. Es gibt keinen automatisch kuratierten Feed, keine verdeckte Priorisierung und keine algorithmische Verstärkung einzelner Inhalte. Weitere Personen oder Accounts können mir vorgeschlagen werden. Diese Vorschläge dienen der Orientierung, nicht der Steuerung. Reichweite entsteht damit nicht durch algorithmische Optimierung, sondern durch freiwillige Aufmerksamkeit.

Dieses Modell knüpft an die ursprüngliche Idee sozialer Netzwerke an: Soziale Beziehungen statt Aufmerksamkeitsmaximierung. Es stärkt Selbstbestimmung, reduziert Manipulationsrisiken und entzieht Polarisierung, Desinformation und extremen Inhalten einen zentralen Verstärkungsmechanismus.

Wie soll die Altersverifizierung ablaufen?

Die Altersverifizierung ist Voraussetzung für altersgerechte Schutzmechanismen. Sie darf nicht zu umfassender Datensammlung führen und muss DSGVO-konform ausgestaltet sein.

Deutschland verfügt bereits heute über rechtlich anerkannte und datenschutzkonforme Verfahren zur Altersverifikation im Rahmen des Jugendmedienschutzes. Diese bestehenden nationalen Lösungen sind bei der Weiterentwicklung europäischer Instrumente zu berücksichtigen. Europäische Lösungen sollen bestehende nationale Schutzmechanismen sinnvoll ergänzen oder erweitern.

Als Instrument eignet sich künftig die sogenannte EUDI-Wallet. Nutzerinnen und Nutzer können sich so gegenüber der Plattform als "echte Person" eines gewissen Alters ausweisen. Um diese Information des Alters (bzw. der Altersgruppe) muss die EUDI-Wallet kurzfristig erweitert werden. Hierfür werden wir uns gegenüber der EU einsetzen. Die Plattform erhält lediglich die Bestätigung, dass es sich um einen realen Menschen eines bestimmten Alters handelt – nicht aber dessen Identität. Damit wird die Identität von Kindern und Jugendlichen gegenüber den Plattformen geschützt.

Wie können Bots eingeschränkt und gleichzeitig Anonymität gewährleistet werden?

Anonymität im Netz ist ein wichtiger Schutzraum – insbesondere für politische Aktivistinnen, Whistleblower, Journalistinnen oder Menschen, die sich in autoritären Kontexten äußern. Sie ist Voraussetzung für Meinungsfreiheit und demokratische Teilhabe.

Die Lösung ist auch hier eine datensparsame Verifikation über die europäische EUDI-Wallet. Nutzerinnen und Nutzer können sich so gegenüber der Plattform als "echte Person" ausweisen, ohne ihre Identität oder weitere personenbezogene Daten offenlegen zu müssen. So bleibt es möglich, unter Pseudonym aufzutreten oder anonym zu bleiben.

Zugleich ließe sich die Verbreitung von Bots und koordinierten Fake-Accounts, insbesondere im europäischen Raum, deutlich eindämmen und die Integrität digitaler Debatten stärken. Damit gewinnen wir mehr Verlässlichkeit darüber, dass sich hinter einem Account tatsächlich ein Mensch verbirgt und nicht ein Bot oder ein Netzwerk zur gezielten Manipulation.

Braucht es nicht eigentlich viel mehr Aufklärung statt Regulation?

Natürlich: Der Schutz von Kindern und Jugendlichen beginnt vor Social Media: Neben klarer Regulierung brauchen wir verbindliche Medien- und Demokratiebildung für Kinder, Jugendliche und Eltern.

Gerade unter Dreijährige reagieren sensibel auf Bildschirmzeit – sie kann Sprachentwicklung, Aufmerksamkeit und soziale Kompetenzen beeinträchtigen. Deshalb setzen wir für den frühkindlichen Schutz verstärkt auf Elternberatung, Aufklärung und Prävention. Für Babys und Kleinkinder prüfen wir gesundheitliche Leitlinien und klare Empfehlungen zur Vermeidung von Bildschirmzeiten.

Für ältere Kinder stärken wir die Schulsozialarbeit sowie Medien- und Demokratiebildung an Schulen. Sie muss deutlich vor dem 14. Lebensjahr einsetzen, damit sich im Anschluss alle Kinder kompetent auf den Plattformen bewegen können. Die Plattformen werden gesetzlich dazu verpflichtet, das Verbot für jüngere Kinder durchzusetzen.

Für Jugendliche bis zum 16. Geburtstag fordern wir ein Verbot algorithmisch gesteuerter Feeds und Empfehlungssysteme sowie kindgerechte Voreinstellungen, die schädliche, suchtfördernde Funktionsweisen wie Gamifizierung, Push-Benachrichtigungen, Endlos-Scrollen und automatisches Abspielen sowie Belohnungssysteme (auf Basis erhöhter oder kontinuierlicher Nutzung) ausschließen. Denn der Schutz junger Menschen hat Vorrang vor Geschäftsmodellen.

Zur Verifizierung kann hier die EUDI-Wallet der Erziehungsberechtigten genutzt werden. Nur mit dieser Verifizierung erhalten die Jugendlichen den Zugang zu den Social-Media-Plattformen – aber ausschließlich ohne suchtgefährdende Algorithmen. Für alle Personen ab 16 Jahren sollen diese Algorithmen per Default deaktiviert sein. Diese Altersgruppe verfügt über eine eigene EUDI-Wallet, mit der sie sich verifizieren können.

Wie hängt der SPD-Vorschlag mit den Europäischen Gesetzen zusammen?

Unser Regelungsansatz knüpft unmittelbar an den Digital Services Act (DSA) an, welcher algorithmische Systeme als systemisches Risiko anerkennt – insbesondere für Minderjährige. Wir werden die Plattformen gesetzlich verpflichten, dass Konten nach dem "Safety-by-default"-Ansatz standardmäßig mit den höchsten Datenschutzstandards und ohne algorithmische Empfehlungssysteme bereitgestellt werden müssen. Tracking-Mechanismen sowie nicht notwendige Cookies, Pixel und Ortungstechniken müssen deaktiviert sein.

Diese differenzierte Regelung ist für uns das gezieltere und verhältnismäßigere Mittel gegenüber einem pauschalen Verbot sozialer Medien für alle Minderjährigen. Sie ermöglicht Teilhabe unter klaren Schutzvorgaben und verbindet Jugendschutz mit digitaler Selbstbestimmung.

Sollten Plattformen jedoch nicht bereit oder in der Lage sein, eine entsprechende wirksame Altersverifizierung sowie sichere und altersgerechte Zugänge für Jugendliche zu gewährleisten, müssen auch weitere Maßnahmen, bis hin zu einem zeitlich oder altersbezogenen Nutzungsverbot, erneut geprüft werden. Der Schutz junger Menschen hat Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen. Bis zu diesem Zeitpunkt werden wir auch die Erfahrungen anderer Länder evaluieren und in unsere Überlegungen einbeziehen.

Was können Eltern jetzt schon tun, damit sich ihre Kinder altersgemäß und sicher im Netz bewegen?

Bereits heute können Eltern bei der Einrichtung eines mobilen Endgeräts grundsätzliche Einstellungen zu Altersbeschränkungen vornehmen. Aber auch danach können noch Grenzen gesetzt werden. Eltern können bereits heute im Rahmen ihrer Erziehungsverantwortung über technische Möglichkeiten wie dem "Family Link" den Zugang ihrer Kinder zu digitalen Angeboten regeln, mindestens im Sinne der aktuellen Altersgrenzen (meist 13 Jahre), die sich die Plattformbetreiber selbst gegeben haben. Das bleibt auch weiterhin der wichtigste Weg, Kindern und Jugendlichen ein sicheres Aufwachsen im digitalen Raum zu ermöglichen.

 

Pressesschau

SPD drängt auf Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren | Spiegel 15.02.2026

  • "Der Schutz junger Menschen vor der Flut an Hass und Gewalt in sozialen Medien hat oberste Priorität. Wer in Europa Geschäfte macht, trägt Verantwortung für die Sicherheit junger Menschen genauso wie für den Schutz Erwachsener."

SPD fordert Social-Media-Verbot für Kinder unter 14| Tagesschau 15.02.2026

  • "Wenn die Plattformanbieter systematisch gegen die Altersverifikationsregeln verstoßen, verbotene Algorithmen für Minderjährige einsetzen oder andere Vorgaben des Digital Service Acts (DSA) unterlaufen, soll das spürbare Konsequenzen nach sich ziehen. Der Staat soll dann unterschiedliche Strafen schnell umsetzen können: sofortige Anordnungen, empfindliche Sanktionen, zeitliche Einschränkungen und – als Ultima ratio – auch Netzsperren."

"Kinder haben ein Recht, ungestört aufzuwachsen": Justizministerin bekräftigt SPD-Forderung nach Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige | Tagesspiegel 16.02.2026

  • "Wir wollen (...) eine altersgestufte, differenzierte Regelung, die Teilhabe ermöglicht und zugleich entwicklungsbedingte Schutzbedürfnisse berücksichtigt."

Social-Media-Verbot für Kids? Wohin sich die Debatte dreht | FAZ 16.02.2026

  • "Am 2. Januar 2027 soll die Wallet in Deutschland starten. Nutzer sollen ab dann den Personalausweis, Führerschein und andere Dokumente auf dem Smartphone speichern können (...). Die Idee aus der SPD: Wer ein Instagram- oder TikTok-Konto einrichtet, muss über die Wallet sein Alter nachweisen."

Ein überfälliger Vorstoß | FAZ 16.02.2026

  • "Nach diesem differenzierten Vorschlag einer Regierungspartei, welcher sich deutlich von einem generellen Social-Media-Verbot nach australischem Muster unterscheidet, sind Politiker wie Markus Söder, der Social-Media-Verbote zuletzt pauschal als "totalen Quatsch" bezeichnete, oder die auf emotionalisierende TikTok-Schnipsel spezialisierten Politikerinnen Heidi Reichinnek und Alice Weidel herausgefordert, ihre ablehnende Haltung zu überdenken."

Mediathek

Social-Media-Verbot. Zitat Lars Klingbeil.

Beispielposts für Deinen Account:

  • Wer in Europa Geschäfte macht, trägt Verantwortung für die Sicherheit junger Menschen genauso wie für den Schutz Erwachsener. #SocialMedia #SPD
  • Soziale Medien müssen wieder sozial werden! Aktuell findet man dort leider eher: Suchtgefahr, Mobbing, sozialen Druck, Hass, Hetze und Falschinformationen. Wir brauchen neue Regeln für einen besseren Schutz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen! #SocialMedia #SPD

Beiträge zum Teilen, Kommentieren und als Inspiration:

  • Infografik der SPD-Bundestagsfraktion: Soziale Netzwerke statt Manipulation
  • Alexander Schweitzer im Bericht aus Berlin
  • Manuela Schwesig zum Kinderschutz im Netz
  • Pedro Sanchez von unserer spanischen Schwesterpartei setzt sich auch für ein Social-Media-Verbot für Kinder ein "We will protect them from the digital Wild West"
  • Die Tagesschau stellt unseren SPD-Vorschlag vor

Wie wir digitale Räume für unsere Demokratie zurückerobern:

Bild- und Videomaterial:

Lizenzfreie Fotos findest Du auf:

Mediathek

Argumente

Behauptet wird: "Für die Regulierung ist die EU zuständig, nicht Deutschland."

  • Richtig ist: Es gibt bereits Regeln für Soziale Medien: den Digital Services Act. Das Problem ist, dass die Regeln von Plattformen nicht eingehalten werden. Die Selbstregulierung der Plattformen funktioniert nicht. Zum Beispiel wird das Mindestalter von 13 Jahren, das Plattformen wie TikTok selbst als Grenze setzen, nicht eingehalten.
  • Rund 350.000 Kinder und Jugendliche nutzen laut DAK-Gesundheit soziale Medien auf eine Art und Weise, die sie krank macht, sie gelten also als suchtkrank. Darum hat die SPD zusätzliche, klare Regeln zum Schutz von Kindern und Jugendlichen formuliert, um sie vor den suchtfördernden Mechanismen zu schützen. Würden sich die Tech-Plattformen verantwortungsbewusst verhalten, wäre dieser Schritt nicht nötig.

Behauptet wird: "Ein Social-Media-Verbot verhindert die Digitale Teilhabe von jungen Menschen. Es braucht mehr Medienkompetenz, keine Verbote."

  • Richtig ist: Wir brauchen beides: Regulation und Medienkompetenz. Förderung von Medienkompetenz ist daher Bestandteil unseres Vorschlags. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen beginnt vor Social Media: mit verbindlicher Medien- und Demokratiebildung für Kinder, Jugendliche und Eltern.
  • Jugendliche wünschen sich mehrheitlich mehr Unterstützung und Regulierung: sie würden soziale Medien gerne weniger nutzen, schaffen es aber nicht allein.
  • Digitale Teilhabe wird es mit der Neu-Regelung für junge Menschen nach wie vor geben, aber eben nicht mehr auf monopolistischen Plattformen mit suchtfördernden Designs. Andere digitale Medien sind weiterhin zugänglich.

Behauptet wird: "Eltern sollen selbst entscheiden können, ob ihre Kinder Social Media nutzen dürfen."

  • Richtig ist: Jugendschutz ist ein verbriefter staatlicher Auftrag. Er hat Verfassungsrang. Auch in vielen anderen Bereichen nutzen wir Jugendschutzregeln, zum Beispiel beim Alkohol- und Nikotinverbot für Kinder.
  • Viele Eltern und Organisationen wenden sich an die Politik und bitten um mehr Schutz für Kinder im digitalen Raum. Zu Recht erwarten sie, dass sie mit dem Problem nicht allein gelassen werden, sondern politische Unterstützung bekommen.

Behauptet wird: "In Australien funktioniert das Social-Media-Verbot gar nicht, viele Kinder und Jugendliche umgehen es."

  • Richtig ist: Wir wollen eine datenschutzkonforme Lösung, die das Alter der Nutzerinnen und Nutzer verifiziert. Deutschland verfügt bereits heute über rechtlich anerkannte und datenschutzkonforme Verfahren zur Altersverifikation im Rahmen des Jugendmedienschutzes. Diese bestehenden nationalen Lösungen sind bei der Weiterentwicklung europäischer Instrumente zu berücksichtigen.
  • Natürlich lernen wir von den internationalen Erfahrungen wie in Australien. Es ist normal, dass Umstellungen ein bisschen Zeit brauchen, dass kennen wir noch vom Rauchverbot. Für ältere Jugendliche ist die Umstellung anders als für jüngere Jahrgänge, die mit dem Social-Media-Verbot aufwachsen.
  • Anders als Australien sieht unser Vorschlag vor, die EUDI-Wallet zu verwenden. Nutzerinnen und Nutzer können sich so gegenüber der Plattform als "echte Person" eines gewissen Alters ausweisen. Die Plattform erhält lediglich die Bestätigung, dass es sich um einen realen Menschen eines bestimmten Alters handelt – nicht aber dessen Identität.

Linkliste

  • Die S&D-Fraktion hat einen Appell zur Regulierung der Online-Plattformen rausgegeben.
  • Wie Tech-Milliardäre ein postdemokratisches Amerika aufbauen – und wie staatliche Aufgaben an Privatunternehmen übertragen werden, zeigt dieses eindrückliche Rechercheprojekt von Francesca Bria.
  • Der Deutschlandfunk hat ein Themendossier zur Wirkung von Social Media auf Kinder und Jugendliche erstellt.
  • Netzpolitik beschreibt, wie der Digital Service Act jetzt zum Einsatz kommt gegen süchtigmachende Designs von TikTok.
  • Wie wirkt der Digital Service Act? Eine Zwischenbilanz hat der Deutschlandfunk Ende 2024 gezogen.
  • Nach einer Flut sexualisierter Grok-Deepfakes auf X prüft nun die EU-Kommission, ob Elon Musks Unternehmen gegen den Digital Services Act verstoßen haben. 
  • Auch interessant: Eine aktuelle Sammelklage läuft gegen Meta, mit Schaden­ersatz von bis zu 1.500 Euro je Nutzerin oder Nutzer. Der Konzern Meta, Betreiber von Instagram und Facebook, überwacht rechtswidrig mithilfe seiner "Meta Business Tools" große Teile des Privatlebens seiner Nutzer. Diese Überwachung ist nach europäischem Datenschutzrecht (DSGVO) illegal. Infos zur Teilnahme an der Sammelklage gibt es u.a. bei Stiftung Warentest.
  • Der Podcast "Was jetzt" der ZEIT hat ein Spezial zu Social-Media-Verboten für Kinder und Jugendliche gemacht.
  • Ein differenziertes Interview zum australischen Social-Media-Verbot für junge Menschen hat das Deutsche Schulportal geführt.

¹ Die Abkürzung EUDI-Wallet steht für EU Digital Identity Wallet. Im Kern handelt es sich um eine App auf dem Smartphone, die als digitale Brieftasche für Identitätsnachweise funktioniert.

Statt den Personalausweis, Führerschein oder Zeugnisse in Papierform mitzuführen, können Bürger und Bürgerinnen diese Nachweise künftig sicher digital speichern. So entsteht eine universelle, EU-weit anerkannte Identitätslösung – vergleichbar mit der Bankkarten-App im Handy, allerdings für amtliche und weitere Dokumente.

Mehr Infos zur EUDI-Wallet gibt es bei der Bundesdruckerei und dem BMI. Die Leopoldina empfiehlt die Nutzung der EUDI-Wallet zur Altersverifikation. Die ganze Studie mit Handlungsempfehlungen gibt es als PDF hier.